Iwata wird befragt: Knallharte Fragen von Investoren

News vom 30-06-11
Uhrzeit: 19:26
Auf dem diesjährigen Investoren-Treffen Nintendos wurde Satoru Iwata mit recht ungewöhnlichen Fragen konfrontiert. Ein Teilhaber gab zunächst ein Statement ab: "Ich bin besorgt aufgrund der fallenden Aktienpreise. Ich besitze selbst Aktien, aber ich besitze kein einzigen Nintendo-Produkt. Ich glaube, Spiele sind reine Zeitverschwendung. Übrigens, der Grund, dass ich Nintendo-Aktien besitze, ist, dass der Name schön klingt, Nintendo in Kyoto sitzt und in meinem Geburtsjahr gelistet wurde".
 
Nun, was antwortet man auf eine solche Frage? Satoru Iwata, selbst regelmäßiger Interviewer, wusste jedoch prompt eine Antwort: "Es gibt Menschen auf der Welt, die nicht denken, dass Spiele Zeitverschwendung sind, daher gibt es Nintendo weiterhin. Wir würden gerne den Gedanken, dass alleine Spiele zu spielen schlecht ist, oder dass ein Verbrechen direkt mit Spielen in Verbindung gesetzt werden. Wir würden gerne die soziale Bedeutung von Spielen erhöhen. Wir arbeiten daran, die Spielerschaft zu vergrößen, Sie einbegriffen".
 
Ärgerlich, wenn der interviewte allzu schlagkräftig antwortet, also muss man natürlich sofort nachlegen und eine weitere glänzende Frage stellen, diesmal zum Erdbeben, das Japan dieses Jahr heimgesucht hat: "Während der Tohoku Erdbeben-Katastrophe gab es glaube ich viele Menschen in Evakuationszentren, denen es an Bewegung mangelte. Warum haben Sie nicht Wii Fit dorthin gebracht? Warum haben Sie den Medien nicht gezeigt, dass Sie mehr für die Opfer tun?"

Wie es so ist, wenn man mit Investoren zusammensitzt, musste sich Iwata auch hierzu eine diplomatische Antwort einfallen lassen und so ließ er die anwesenden Teilhaber wissen, dass es zwar durchaus möglich gewesen sein dürfte, dass einige mit Hilfe von Wii Fit schneller wieder fit hätten werden können, andere hingegen hätten geliebte Menschen verloren und gerne etwas Zeit in Ruhe verbracht. Daher sei man bei Nintendo der Ansicht gewesen, dass es nicht gut gewesen wäre, Wii Fit an die betroffenen zu schicken. Stattdessen habe man in Zusammenarbeit mit der Regierung tatsächlich benötigte Güter in die betroffenen Gebiete gesandt. Nintendo habe es allerdings als wichtig erachtet, die Presse hierbei nicht mit einzubeziehen und dazu werde die Antwort auf diese Frage auch nicht in der offiziellen Zusammenfassung des Meetings auftauchen. Die Kollegen von Adriasang haben diese interessante Fragerunde allerdings einem Transkript entnehmen können und uns somit einen Einblick in die Themen gegeben, die Investoren großer Firmen so bewegen, wenn es heißt "Iwata asked" statt "Iwata asks".

 Autor:
Sebastian Küpper 
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